Lesen ist eine der Fähigkeiten, die Kindern im Leben viel bringt. Aber wer schon mal versucht hat, ein Kind zum Lesen zu bringen das keine Lust hat, weiß: mit Druck kommt man da nicht weit. Die gute Nachricht ist, dass es viele Wege gibt, Bücher attraktiver zu machen. Einige davon kosten kaum Aufwand.
Das Wichtigste in Kürze
- Kinder lesen lieber wenn sie selbst Bücher aussuchen dürfen.
- Eltern die selbst lesen, sind das beste Vorbild.
- Das Alter und die Interessen des Kindes sollten bei der Buchauswahl eine Rolle spielen.
- Gemeinsames Lesen macht mehr Spaß als alleine.
- Kleine Belohnungen und Rituale können helfen, eine Lese-Routine aufzubauen.
- Schule und Zuhause sollten beim Thema Lesen an einem Strang ziehen.

Kinder im Spiel zum Lesen motivieren
15 schnelle Tipps auf einen Blick
- Eine gemütliche Leseecke einrichten mit bequemen Sitzmöglichkeiten und gutem Licht.
- Kinder selbst Bücher aussuchen lassen.
- Lesen zur täglichen Routine machen, zum Beispiel vor dem Schlafengehen.
- Als Vorbild vorangehen und selbst lesen.
- Kleine Belohnungen setzen, zum Beispiel ein Ausflug in den Buchladen nach dem Lesen.
- Eine Leseecke im Haus einrichten mit Büchern in greifbarer Nähe.
- Gemeinsam vorlesen und daraus ein Erlebnis machen.
- Lesewettbewerbe oder Stempelheft für gelesene Bücher ausprobieren.
- Regelmäßig in die Bücherei gehen und neue Bücher ausleihen.
- Über gelesene Bücher sprechen und Meinungen teilen.
- Kreative Aktivitäten einbauen: eigene Geschichten schreiben oder Figuren malen.
- Lesen mit anderen Aktivitäten verbinden, zum Beispiel erst Buch lesen, dann Film schauen.
- Lieblungsbücher mehrmals lesen lassen.
- Lesestrategien üben, zum Beispiel das Ende einer Geschichte vorhersagen.
- Erfolge feiern und Fortschritte anerkennen.
Eltern als Vorbilder: der einfachste Weg
Kinder machen nach, was Eltern tun. Wer selbst liest und darüber redet, zeigt dem Kind ganz nebenbei dass Bücher interessant sind. Das muss keine große Inszenierung sein. Ein Buch das sichtbar auf dem Wohnzimmertisch liegt, ein kurzer Satz wie „Ich lese gerade was total Spannendes“ reicht oft schon aus.
Gemeinsames Lesen stärkt außerdem die Zeit die Eltern und Kinder miteinander verbringen. Vorlesen vor dem Schlafen, abwechselnd ein Kapitel lesen, eine Geschichte gemeinsam beenden: das alles schafft Rituale die Kinder gerne haben.
Das Interesse wecken
Der größte Fehler ist, Kinder mit Büchern zu konfrontieren die ihnen jemand anderes ausgesucht hat. Besser: gemeinsam in die Bücherei gehen und das Kind selbst stöbern lassen. Was zieht es aus dem Regal? Worüber fragt es nach? Das sind die richtigen Bücher.
Verschiedene Genres ausprobieren lohnt sich. Manche Kinder mögen Sachbücher über Tiere lieber als Geschichten. Andere sind von Comics begeistert. Alles was liest, ist gut.
Das richtige Buch fürs richtige Alter
| Alter | Interessen | Beispiele |
|---|---|---|
| 3 bis 5 Jahre | Tiere, Fahrzeuge, Märchen | Der Grüffelo, Die kleine Raupe Nimmersatt, Bobo Siebenschläfer |
| 6 bis 8 Jahre | Abenteuer, Fantasy, Freundschaft | Harry Potter, Die drei ???, Pippi Langstrumpf |
| 9 bis 12 Jahre | Mystery, Science-Fiction, Sport | Die Tribute von Panem, Gregs Tagebuch, Die Wilden Fußballkerle |
| 13 bis 16 Jahre | Liebe, Thriller, Coming-of-Age | Das Schicksal ist ein mieser Verräter, Die Welle, Tote Mädchen lügen nicht |
Bücher aus anderen Kulturen und Ländern können den Horizont erweitern und zeigen Kindern, dass die Welt vielfältiger ist als der eigene Alltag.
Lesen als gemeinsames Erlebnis
Vorlesen macht Spaß, auch wenn das Kind schon selbst lesen kann. Abwechselnd ein Kapitel lesen, bei schwierigen Wörtern helfen, gemeinsam über die Geschichte nachdenken: das macht aus dem Lesen mehr als eine Einzelaufgabe.
Eltern können den Austausch fördern, indem sie Fragen stellen: Was glaubst du passiert als nächstes? Wem von den Figuren bist du am ähnlichsten? Das regt zum Nachdenken an und macht die Geschichte lebendiger.
Lesen mit kleinen Belohnungen verbinden
Kleine Anreize können helfen, eine Lese-Routine aufzubauen. Ein Stempelheft für jedes gelesene Buch, ein Ausflug in die Bücherei als Belohnung, ein Buchgutschein nach einer bestimmten Anzahl gelesener Seiten. Wichtig dabei: die Belohnungen sollten die Freude am Lesen unterstützen, nicht ersetzen.
Lesen in den Alltag einbauen
Wer Lesen zur Gewohnheit machen will, braucht feste Zeiten. Vor dem Schlafengehen, in der Mittagspause, nach der Schule: ein fester Slot im Tagesablauf hilft. Bücher sichtbar platzieren in verschiedenen Räumen erinnert Kinder daran, dass sie da sind.
Schule und Zuhause gemeinsam
Lehrkräfte können viel zur Leseförderung beitragen. Eltern die sich mit der Schule austauschen und wissen was gerade im Unterricht gelesen wird, können zu Hause anknüpfen. Lesewettbewerbe oder Buchclubs in der Schule ergänzen das was Zuhause passiert.
Lesen als Ruheinsel
Viele Kinder entdecken irgendwann von selbst, dass Lesen eine schöne Möglichkeit ist, abzuschalten. Das kann man behutsam fördern: eine ruhige Ecke einrichten, das Kind entscheiden lassen was es liest, und nicht ständig nachfragen wie weit es ist. Lesen das sich anfühlt wie Pflicht, macht keinen Spaß.
Video: Keine Lust zu lesen? Wir machen Bock auf Bücher | neuneinhalb | WDR
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=U7fCdGDrdaw
Bücher als Tür zur Welt
Bücher über andere Kulturen, Länder und Lebensweisen zeigen Kindern, dass es viele verschiedene Arten gibt zu leben. Das weckt Neugier und Offenheit, ganz ohne dass man dafür etwas erklären muss. Die Geschichte macht das von selbst.

Kindern schon frühzeitig vorlesen
Fazit
Kinder zum Lesen zu motivieren braucht keine ausgefeilte Strategie. Vorbild sein, die richtigen Bücher anbieten, gemeinsam lesen und eine angenehme Routine schaffen: das reicht schon. Wer geduldig bleibt und das Lesen nicht erzwingt, hat die besten Chancen. Wer Ideen für Leseabende mit der ganzen Familie sucht, findet sie beim Lesevergnügen für die Familie. Und wer Gutenachtgeschichten für den Abend sucht, wird bei den Empfehlungen für Gute-Nacht-Geschichten fündig.
Häufige Fragen
Mein Kind liest gar nicht, was kann ich tun?
Erstmal herausfinden warum. Ist das Buch zu schwer? Zu langweilig? Oder gibt es einfach zu viel Konkurrenz durch Bildschirme? Oft hilft es, gemeinsam in die Bücherei zu gehen und das Kind selbst etwas aussuchen zu lassen.
Ab welchem Alter ist Vorlesen sinnvoll?
Schon sehr früh. Kinder mögen Stimmen und Rhythmen von Anfang an. Vorlesen kann man eigentlich gar nicht früh genug anfangen.
Was wenn mein Kind lieber Hörbücher mag als Bücher?
Das ist völlig in Ordnung. Hörbücher sind eine tolle Alternative und wecken oft das Interesse an den Geschichten. Manchmal führt das Hören irgendwann ganz von selbst zum Lesen.
Wie kann ich als Elternteil Vorbild sein wenn ich selbst nicht gerne lese?
Auch Zeitschriften, Sachbücher oder Rezepte zählen. Es geht darum zu zeigen dass Lesen normal ist und Spaß machen kann, nicht darum Roman für Roman zu lesen.
Was tun wenn mein Kind das gleiche Buch immer wieder lesen will?
Gar nichts dagegen tun. Kinder finden im Vertrauten Sicherheit. Das Interesse an neuen Büchern kommt meistens von ganz alleine.
